Regelt sich`s gütlich,
lebt sich`s gemütlich

Seit 2001 gibt es an unserer Schule das Angebot der Mediation oder Streitschlichtung genannt.  Hierbei geht es darum, Schüler, die Streit, Stress oder Ärger miteinander haben, die Möglichkeit zu geben, sich friedlich zu einigen und eine eigene Lösung für ihren Konflikt zu finden. Unterstützt werden sie dabei von zwei Mediatorinnen – Frau Arndt und Frau Vaupel-Werkmeister – die als fortgebildete Mediatorinnen die Gesprächsführung in der Streitschlichtung übernehmen und die Schüler durch gezielte Fragestellung zur Wahrnehmung der Gefühle und Sichtweisen des Anderen führen.

Die Ziele der Mediation wurden wie folgt festgelegt:

1. Die Kinder sollen lernen:
- Gefühle anderer wahrzunehmen
- die  Perspektiven anderer zu übernehmen
- gefühlvoll auf andere zu reagieren

2. Impulsives und aggressives Verhalten von Schülern soll verringert werden durch:
- die Anwendung von Problemlösungsstrategien in sozialen Situationen und
- das Einüben positiven sozialen Verhaltens

3. Wütendes Verhalten von Schülern soll vermindert werden durch:
- Die Konfliktparteien melden sich selbst bei den Mediatorinnen an
- Das Verfahren läuft in fast täglich stattfindenden Mediationszeiten auf freiwilliger Basis

Zur Zeit bieten die Kolleginnen im Anschluss an die große Pause Mediationsstunden an. Die Konfliktparteien melden sich selbst oder Lehrkräfte melden Konfliktparteien zum Gespräch an. Das Verfahren läuft in folgenden Schritten ab:


Erster Schritt: Regeln vereinbaren
Die Mediatorin heißt die Konfliktparteien willkommen, lobt sie für ihre Bereitschaft, eine
Lösung für ihren Konflikt zu suchen, erklärt die Grundregeln und ihre eigene Rolle im Mediationsprozess und holt das Einverständnis der Konfliktparteien für die Mediation und deren Regeln ein.
Die Grundregeln sind:
- Zusammenarbeit - Freiwilligkeit
- Offenheit und Ehrlichkeit
- Zuhören ohne Unterbrechungen
- Fairness (z.B. keine Beleidigungen oder Schuldzuweisungen, keine verbale und körperliche Gewalt)
- Vertraulichkeit und Verbindlichkeit

Zweiter Schritt: Sichtweisen klären - Problem definieren
Jede Partei schildert den Konflikt aus ihrer Sicht, ohne unterbrochen zu werden. Die Mediatorin spiegelt bzw. fasst die Sichtweisen zusammen und definiert den Konflikt in neutralen Worten.

Dritter Schritt: Konflikt erhellen
Jede Partei benennt Gefühle, Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse bezüglich des Konfliktes, die von der Mediatorin gespiegelt werden.

Vierter Schritt: Lösungen suchen
Die Streitenden überlegen im Brainstormingverfahren Lösungsideen im Sinne einer Wiedergutmachung (falls erforderlich) sowie einer Zukunftsregelung.

Fünfter Schritt: Vereinbarungen treffen
Die Parteien einigen sich auf eine faire, konkrete, realistische und ausgewogene Lösung.
In der Regel schließen sie einen schriftlichen Vertrag ab.

Sechster Schritt: Nachtreffen zur Auswertung
Die vereinbarte Lösung wird zu einem späteren Zeitpunkt evaluiert.